"Dem
Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist
gerettet werde am Tag des Herrn Jesus."
1.
Korinther 5:5 ist gefüllt mit sowohl exegetischen *
als auch theologischen
Schwierigkeiten. Wie soll die Gemeinde den inzestuösen, also den
blutschänderischen, tabulosen oder auch unzüchtigen Menschen an
Satan "ausliefern"?
Was
bedeutet "Verderben des Fleisches"? Was ist mit der
Errettung des "Geistes" am Tag des Herrn?
Welche
Auswirkungen hat dieser Text in Bezug auf Gemeindezucht? Unsere
Diskussion wird sich auf drei Bereiche konzentrieren. Der erste gibt
einen kurzen Überblick über verschiedene wissenschaftliche
Ansichten zu diesem Text; der zweite stellt seinen geschichtlichen
und "literarischen", also dichterischen oder
bilderreichen Zusammenhang fest; und der dritte wird eine
"lexikalische Analyse" sein, d.h. eine Untersuchung
von isolierten Wörtern ohne Berücksichtigung des Textzusammenhangs
der bedeutendsten Sätze des Textes , sie liefern und aufzeigen, wie
sie in den Zusammenhang von 1. Korinther 5 und der Schriften vom
Apostel Paulus im Allgemeinen passen.
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ANSICHTEN
ZU 1. KORINTHER 5:5
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Ein
großer Teil der Debatte über diesen Abschnitt dreht sich um die
Bedeutung von "Fleisch und Geist". Die Diskussion
dreht sich auch um die Art des Urteils vom Apostel Paulus. Bezieht es
sich lediglich auf eine vorübergehende Züchtigung oder auf etwas
mehr (d.h. auf eine dauerhafte Ausweisung und den anschließenden
Tod)? Einige Gelehrte verstehen "einen solchen dem Satan
überliefern zum Verderben des Fleisches" in einem
leiblichen Sinn: der ausgestoßene, tabulose, unzüchtige Mensch wird
eine körperliche Krankheit erleiden, oder sogar körperliche Leiden,
die zum Tod durch die Hände Satans führen.
Dementsprechend
haben einige Gelehrte eine "Fluch/ Tod" - Auslegung
von 1. Korinther 5:5 aufgestellt, die auf Analogien oder
Ähnlichkeiten aus griechischen "magischen Papyri"
und/ oder jüdischen Schriften beruht. Es werden mehrere Varianten
dieser Ansichten vertreten: Paulus könnte eine Auslieferung des
Menschen an die römischen Richter, eine geheime Hinrichtung, einen
sich selbst sühnenden leiblichen Tod oder eine Auslieferung an das
"Fegefeuer" gemeint haben. In jedem Fall nehmen
diese Auslegungen das Wort "Fleisch" in einem
leiblichen Sinn, nämlich den Körper. Einige verstehen Fleisch
und Geist" jedoch metaphorisch, d.h. sinnbildlich, wobei sie
jeweils die ganze Person bezeichnen und nicht eine Dichotomie, *
also eine Zweiteilung der Person.
Einige
Gelehrte glauben, daß Paulus sich auf die Vertreibung des
unzüchtigen Menschen bezieht, und daß dies zur "Zerstörung"
seiner sündigen Natur führen würde, nicht seines leiblichen
Körpers. Einige versuchen, den unzüchtigen Menschen in 1. Korinther
5:5 mit dem Täter in 2. Korinther 2:6-11 zu gleichzustellen, von dem
Paulus sagt, daß die Gemeinde ihn wieder aufnehmen soll. Andere
sehen in dieser Ausweisung sowohl die Abtötung des Fleisches
(fleischliche Begierde) als auch körperliches Leiden (Zerstörung
des Fleisches oder des Körpers). Während es keine Einigkeit über
die Einzelheiten des Textes gibt, stimmen viele Gelehrte darin
überein, daß das Ziel von dem Urteil das der Apostel Paulus im Sinn
hatte, die Rettung des "Geistes" des Menschen ist.
Dennoch
haben einige Gelehrte in Frage gestellt, ob sich in 1. Korinther 5:5
"Fleisch und Geist" nicht auf andere Personen als
den "unzüchtigen Menschen" beziehen könnten.
Solche unterschiedliche Auslegungen von 1 Korinther 5:5 machen eine
umfassende Untersuchung des Textes notwendig.
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DEN
ZUSAMMENHANG VERSTEHEN
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Geschichtlich
gesehen ist Korinth unter anderem für seine sexuelle Verderbtheit
bekannt. So war sexuelle Unmoral Teil des vorchristlichen Lebensstils
der Korinther, wie in 1. Korinther 6:9+10 zu lesen ist.
"Wisset
Ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben
werden? Lasset Euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die
Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die
Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die
Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich
Gottes ererben."
Und
dieser Lebensstil scheint seinen Weg in die Gemeinde gefunden zu
haben .-
"Ich
habe Euch geschrieben in dem Briefe, daß Ihr nichts sollt zu
schaffen haben mit den Hurern." 1. Korinther 5:9
"Alles
ist mir erlaubt — aber nicht alles ist nützlich! Alles ist mir
erlaubt — aber ich will mich von nichts beherrschen lassen! Die
Speisen sind für den Bauch und der Bauch für die Speisen; Gott aber
wird diesen und jene wegtun. Der Leib aber ist nicht für die
Unzucht, sondern für den Herrn, und der Herr für den Leib. Gott
aber hat den Herrn auferweckt und wird auch uns auferwecken durch
seine Kraft. Wißt Ihr nicht, daß Eure Leiber Glieder des Christus
sind? Soll ich nun die Glieder des Christus nehmen und Hurenglieder
daraus machen? Das sei ferne! Oder wißt Ihr nicht, daß, wer einer
Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist? »Denn es werden«, heißt es,
»die zwei ein Fleisch sein." 1. Korinther
6:12-20
"Um
aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder [Mann] seine eigene Frau und
jede [Frau] ihren eigenen Mann haben." 1.
Korinther 7:2
"Laßt
uns auch nicht Unzucht treiben, so wie etliche von ihnen Unzucht
trieben, und es fielen an einem Tag 23 000." 1.
Korinther 10:8
Vergleiche
auch 2. Korinther 12:21
"Sodaß
mein Gott mich nochmals demütigt bei Euch, wenn ich komme, und ich
trauern muß über viele, die zuvor schon gesündigt und nicht Buße
getan haben wegen der Unreinheit und Unzucht und Ausschweifung, die
sie begangen haben."
Das
Problem, mit dem sich der Apostel Paulus in Kapitel 5 befäßt, ist
nicht nur sexuelle Unmoral, sondern ein außergewöhnlicher Fall von
Unmoral, einer, der nicht einmal unter den Heiden üblich ist. Paulus
kommt direkt zur Sache:
"Überhaupt
hört man von Unzucht unter Euch, und zwar von einer solchen Unzucht,
die selbst unter den Heiden unerhört ist, daß nämlich einer die
Frau seines Vaters hat!" 1. Korinther 5:1
In
1. Korinther 3:16+17 sagt Paulus, daß die Gemeinde in Korinth der
Tempel Gottes ist und daß diejenigen, die sie zerstören, von Gott
zerstört werden.
"Wißt
Ihr nicht, daß Ihr Gottes Tempel seid, und daß der Geist Gottes in
Euch wohnt? Wenn jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott
verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, und der seid Ihr."
Dies
dient als Grundlage für das Verständnis von 5:1-13
"1
Überhaupt hört man von Unzucht unter Euch, und zwar von einer
solchen Unzucht, die selbst unter den Heiden unerhört ist, daß
nämlich einer die Frau seines Vaters hat!
2
Und Ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen,
damit der, welcher diese Tat begangen hat, aus Eurer Mitte
hinweggetan wird!
3
Denn ich, als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend,
habe schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche
Weise begangen hat, beschlossen,
4
den Betreffenden im Namen unseres Herrn Jesus Christus und nachdem
Euer und mein Geist sich mit der Kraft unseres Herrn Jesus Christus
vereinigt hat,
5
dem Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist
gerettet werde am Tag des Herrn Jesus.
6
Euer Rühmen ist nicht gut! Wißt Ihr nicht, daß ein wenig Sauerteig
den ganzen Teig durchsäuert?
7
Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit Ihr ein neuer Teig seid, da
Ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passalamm ist ja für uns
geschlachtet worden: Christus.
8
So wollen wir denn nicht mit altem Sauerteig ein Fest feiern, auch
nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit
ungesäuerten Broten der Lauterkeit und Wahrheit.
9
Ich habe Euch in dem Brief geschrieben, daß Ihr keinen Umgang mit
Unzüchtigen haben sollt;
10
und zwar nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den
Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müßtet Ihr
ja aus der Welt hinausgehen.
11
Jetzt aber habe ich Euch geschrieben, daß Ihr keinen Umgang haben
sollt mit jemand, der sich Bruder nennen läßt und dabei ein
Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer
oder Trunkenbold oder Räuber ist; mit einem solchen sollt Ihr nicht
einmal essen.
12
Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb [der Gemeinde] sind,
daß ich sie richten sollte? Habt Ihr nicht die zu richten, welche
drinnen sind?
13
Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus eurer
Mitte hinweg!"
Nachdem
er von der unzüchtigen, tabulosen Beziehung erfahren hat, (Vers 1)
weist der Apostel Paulus die Gemeinde an, diesen Menschen aus ihrer
Gemeinschaft auszuschließen, (Vers 2). Diese Anweisung wird in dem
Abschnitt noch mehrere Male wiederholt (Verse 4, 5, 7+13), was auf
die Schwere der Angelegenheit hinweist. Die Verse 3-5 geben an, wie
und warum die Gemeinde das Urteil vollstrecken soll, und die Verse
6-8 geben die theologische Grundlage für die beabsichtigte Handlung.
In den Versen 9-13 tadelt Paulus die lässige Haltung der Gemeinde
und scheint anzudeuten, daß die Gemeinde auf der Grundlage seines
früheren Briefes die entsprechenden Maßnahmen hätte ergreifen
sollen. Dieser Zusammenhang liefert die Parameter, d.h. die
Vorgabewerte für das Verständnis des Urteils in Vers 5. Wenn man
sich an diesen Zusammenhang hält, werden die meisten der oben
angeführten Gelehrtenmeinungen verworfen.
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ANALYSE
VON 1. KORINTHER 5:5
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Dieser
Abschnitt bietet eine lexikalisch-semantische ( = Untersuchung der
Beziehungen zwischen Wörtern einer Sprache - Sinnrelationen) Analyse
der folgenden Wörter bzw. Phrasen im allgemeinen Zusammenhang des
paulinischen Korpus, das bedeutet die Sammlung von sprachlichen Daten
des Apostels Paulus.
παραδίδωμι
- "paradidömi"
- "übergeben"
oder "ausliefern"
εἰς
ὄλεθρος {ὁ} {ἡ} τό σάρξ -
"eis olethros ho hē to
sarx" -
"Verderben des Fleisches"; und
ἵνα
{ὁ} {ἡ} τό πνεῦμα σώζω -
"hina ho hē to pneuma
sōzō" - "damit der Geist gerettet
wird."
Übergabe
Der
Apostel sagt, daß die Gemeinde, wenn sie sich im Namen des Herrn
versammelt, "paradounai"
(aoristischer Infinitiv von "paradidömi"
) den unzüchtigen Menschen an den Satan
"übergeben" soll.
In
der Septuaginta (LXX) wird die Wurzel
"paradidömi" (die
das hebräische beyödekö "in der Hand"
übersetzt) verwendet, um sich darauf zu beziehen, daß Gott Hiob dem
Satan ausliefert.
"Da
sprach der Herr zum Satan: Siehe, er ist in Deiner Hand; nur schone
sein Leben!" Hiob
2:6
"Da
sprach der Herr zum Satan: Siehe, alles, was er hat, soll in Deiner
Hand sein; nur nach ihm selbst strecke Deine Hand nicht aus! Und der
Satan ging vom Angesicht des Herrn hinweg." Hiob
1:12
… um
ihn körperlich zu quälen.
Das
Wort wird auch im Sinne von Gottes Ablehnung oder Verlassen Seines
Volkes als eine Form des Gerichts verwendet .
"Merkst
Du nicht, was dieses Volk behauptet, wenn es spricht: »Die zwei
Geschlechter, die der Herr erwählt hat, die hat Er verworfen«? So
verlästern sie Mein Volk, daß es in ihren Augen kein Volk mehr ist.
So spricht nun der Herr: So gewiß Ich Meinen Bund mit Tag und Nacht,
die Ordnungen des Himmels und der Erde festgesetzt habe."
Jeremia 33:24+25
In
den Evangelien wird "paradidömi"
in Bezug auf den Verrat Jesu durch Judas verwendet:
"Da
ging Judas Ischariot, einer von den Zwölfen, hin zu den obersten
Priestern, um ihn an sie zu verraten." Markus
14:10
Und
die Übergabe Jesu an Pilatus:
"Und
gleich in der Frühe faßten die obersten Priester mit den Ältesten
und Schriftgelehrten und dem ganzen Hohen Rat einen Beschluß und
führten Jesus gebunden hin und lieferten Ihn dem Pilatus aus."
Markus
15:1
Pilatus
wiederum gibt Jesus an das Volk zurück:
"Da
schrie aber die ganze Menge und sprach: Hinweg mit diesem, und gib
uns Barabbas frei! Der war wegen eines in der Stadt vorgefallenen
Aufruhrs und Mordes ins Gefängnis geworfen worden. Nun redete ihnen
Pilatus noch einmal zu, weil er Jesus freilassen wollte. Sie aber
riefen dagegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige Ihn! Und zum dritten
Mal sprach er zu ihnen: Was hat dieser denn Böses getan? Ich habe
keine des Todes würdige Schuld an ihm gefunden. Darum will ich Ihn
züchtigen und dann freilassen. Sie aber hielten an mit lautem
Geschrei und forderten, daß Er gekreuzigt werde; und ihr Geschrei
und das der obersten Priester nahm überhand. Da entschied Pilatus,
daß ihre Forderung erfüllt werden sollte, und gab ihnen den frei,
den sie begehrten, welcher eines Aufruhrs und Mordes wegen ins
Gefängnis geworfen worden war; Jesus aber übergab er ihrem Willen."
Lukas
23:18-25
"Ihn,
der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer
Rechtfertigung willen auferweckt worden ist." Römer
4:25
Das
Wort bezeichnet auch Gottes Gericht über die Sünder:
"Da
wandte sich Gott ab und gab sie dahin, sodass sie dem Heer des
Himmels dienten, wie im Buch der Propheten geschrieben steht: »Habt
ihr etwa mir Schlachtopfer und [Speis]opfer dargebracht [während
der] 40 Jahre in der Wüste, Haus Israel?" Apostelgeschichte
7:42
"Darum
hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur
Unreinheit, sodaß sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren,
sie, welche die Wahrheit Gottes mit der Lüge vertauschten und dem
Geschöpf Ehre und Gottesdienst erwiesen anstatt dem Schöpfer, der
gelobt ist in Ewigkeit. Amen! Darum hat sie Gott auch dahingegeben in
entehrende Leidenschaften; denn ihre Frauen haben den natürlichen
Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; gleicherweise haben
auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und
sind gegeneinander entbrannt in ihrer Begierde und haben Mann mit
Mann Schande getrieben und den verdienten Lohn ihrer Verirrung an
sich selbst empfangen. Und gleichwie sie Gott nicht der Anerkennung
würdigten, hat Gott auch sie dahingegeben in unwürdige Gesinnung,
zu verüben, was sich nicht geziemt." Römer
1:24-28
Daraus
wird deutlich, daß "paradidömi"
entweder wörtlich gemeint sein kann, indem jemand
körperlich zur Bestrafung übergeben wird, oder bildlich, indem
jemand verurteilend zurückgewiesen oder verlassen wird.
Im
Zusammenhang von 1. Korinther 5:5 scheint ein figuratives Verständnis
von "paradidömi"
die bessere Option zu sein. Paulus verwendet in diesem Kapitel
mehrere Metaphern. Beispiele sind die Hinweise auf den "alten
Sauerteig", "Christus, unser Passahlamm" und
"das Fest" (Verse 7 und 8). Vers 5 kann so
verstanden werden. Außerdem bezieht "paradidömi"
in mehreren Zusammenhängen "Ablehnung und
Verlassen" mit ein.
"Darum
hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen, zur
Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren,"
Römer
1:24
"die,
nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit
ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit
unersättlicher Gier." Epheser
4:19
oder
Hingabe
"Als
nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und
er neigte das Haupt und übergab den Geist." Johannes
19:30
"Und
wenn ich alle meine Habe austeilte und meinen Leib hingäbe, damit
ich verbrannt würde, aber keine Liebe hätte, so nützte es mir
nichts!" 1.
Korinther 13:3
"Denn
wir, die wir leben, werden beständig dem Tod preisgegeben um Jesu
willen, damit auch das Leben Jesu offenbar wird an unserem
sterblichen Fleisch." 2.
Korinther 4:11
"Ihr
Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde
geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat," Epheser
5:25
In
1. Timotheus 1:20 wird das Wort "Verlassenheit"
mit
einbezogen.
"Zu
ihnen gehören Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben
habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern."
Hier
sagt Paulus, daß einige Gläubige, Hymenäus und Alexander, mit
ihrem Glauben Schiffbruch erlitten haben und daß er sie dem Satan
übergeben hat, damit er sie lehrt, nicht zu lästern.
So
verstanden bezieht sich "paradounai"
in 1. Korinther 5,5 nicht auf einen magischen Zau-ber
oder Fluch, auch nicht auf eine gerichtliche Vorladung, eine geheime
Hinrichtung oder einen selbstsühnenden Tod. Wir können Vers 2 als
das grundsätzliche Urteil des Paulus auffassen, und daß der Rest
des Kapitels (einschließlich der bildlichen Reden in V. 5 und V. 7)
dazu dient, dieses Urteil zu bekräftigen. Beachten Sie auch, daß
Vers 13 eine inclu-sio mit Vers 2 bildet. Das heißt, daß das, was
die Verse 2 und 13 wörtlich aussagen, in den Versen 5 und 7 bildlich
ausgedrückt wird. In jedem Fall muß der inzestuöse Mann aus der
Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Christus regiert innerhalb der
Gemeinde, und Satan regiert außerhalb der Gemeinde. Wenn der Sünder
aus der Gemeinschaft der Gemeinde ausgeschlossen wird, befindet er
sich automatisch im Wirkungskreis des Satans.
Zerstörung
des Fleisches
Die
Formulierung "eis olethros ho hē to
sarx" bedeutet wörtlich "Zerstörung des
Fleisches".
Das
Wort "olethros"
(olethron ist der männliche Singular-Akkusativ von olethros)
bezeichnet im Allgemeinen die physische Zerstörung.
Das
Substantiv "olethros"
oder das Verb olethreuö in der LXX kann Zerstörung
bezeichnen.
"Denn
der Herr wird umhergehen und die Ägypter schlagen. Und wenn Er das
Blut sehen wird an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten, so
wird Er, der Herr, an der Tür verschonend vorübergehen und den
Verderber nicht in Eure Häuser kommen lassen, um zu schlagen."
2.
Mose 12:23
Oder
es bezeichnet auch Gericht.
"Darum
schlägt sie der Löwe aus dem Wald, überfällt sie der Steppenwolf;
der Leopard lauert vor ihren Städten, sodaß jeder, der sie verläß,
zerrissen wird; denn ihre Übertretungen sind zahlreich, und groß
sind ihre Abweichungen!" Jeremia
5:6
"Von
Horonaim her vernimmt man Geschrei, Verwüstung und gewaltigen
Zusammenbruch!" Jeremia
48:3
"Und
Ich will Meine Hand gegen sie ausstrecken und das Land zur Wüste und
Einöde machen, mehr als die Wüste nach Diblat hin, an allen ihren
Wohnorten; und so sollen sie erkennen, daßIch der Herr bin!"
Hesekiel
6:14
Im
Neuen Testament hat
"olethros"
die
allgemeinere Bedeutung von eschatologischer *
oder
geistlicher Zerstörung.
"Wenn
sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie
das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere
Frau, und sie werden nicht entfliehen."
1.
Thessalonicher 5:3
"Diese
werden Strafe erleiden, ewiges Verderben, vom Angesicht des Herrn und
von der Herrlichkeit Seiner Kraft." 2.
Thessalonicher 1:9
"Denn
die, welche reich werden wollen, fallen in Versuchung und Fallstricke
und viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen in
Untergang und Verderben stürzen."
1.
Timotheus 6:9
Obwohl
"olethros"
eine körperliche Bedeutung haben kann, scheint der bildhafte Tenor
von 1. Korinther 5:5+7 (vgl. Verse 2+13) darauf hinzudeuten, daß
"olethron",
wie
"paradounai",
bildlich
verstanden werden sollte.
Dies
sollte auch davon abraten, den Text in einem strengen, wörtlichen
Sinn auszulegen. Ein sorgfältiger Blick auf den griechischen Satz in
Vers 5b scheint darauf hinzuweisen, daß "eis
olethros ho hē to sarx"
im Gegensatz zu "to
pneuma sōzō"
steht.
Sowohl
παραδίδωμι
{ὁ} {ἡ} τό Σατανᾶς ("paradounai
ho hē to Satanas")
als auch "eis
olethros ho hē to sarx"
haben eine gerichtliche Konnotation, also eine emotionale,
stilistische, wertende [Neben]bedeutung, und ihre
Nebeneinanderstellung hier deutet darauf hin, daß beide Ausdrücke
denselben Bezug haben.
Wenn
dem so ist, bedeutet dies, daß "einen
solchen dem Satan überliefern"
gleichbedeutend ist mit "zum
Verderben des Fleisches"
oder zumindest damit erklärt wird. Da der Hina-Satz ("damit
der Geist gerettet wird am Tag des Herrn Jesus")
den unzüchtigen Menschen im Blick hat und sich syntaktisch
*
auf
den Hauptsatz bezieht ("einen
solchen dem Satan übergeben"),
drückt Hina das beabsichtigte Ergebnis der Handlung im Hauptsatz
aus. Mit anderen Worten, das beabsichtigte Ergebnis von "paradounai"
ist
hier die Errettung des Geistes des unzüchtigen Menschens.
Nachdem
wir "olethros"
in einem metaphorischen, also in einem sinnbildlichen Sinn verstanden
haben, muß die Bedeutung von "sarx"
(sarkos ist der Genitiv von sarx)
bestimmt werden.
Zunächst
ist zu beachten, daß Paulus, wie auch das Neue Testament, keine
dichotome * oder
dualistische * Sicht
des Menschen hat. Das bedeutet, daß wir den Menschen nicht in
"Fleisch" und
"Geist" einteilen sollten. Vielmehr bezieht sich eines
dieser beiden Elemente auf den Menschen als Ganzes.
Wenn
Paulus also in 1. Korinther 5:3+4 sagt, daß sein eigener Geist
anwesend sein wird, wenn die Gemeinde zusammenkommt, um das Urteil zu
vollstrecken, meint er damit lediglich, daß er die Handlung voll und
ganz unterschreibt.
Das
Wort "sarx"
wird auf drei Arten verwendet:
(1)
die leibliche Substanz
"Oder
wißt Ihr nicht, daß, wer einer Hure anhängt, ein Leib mit ihr ist?
»Denn es werden«, heißt es, »die zwei ein Fleisch sein.«"
1.
Korinther 6:16
"Nicht
alles Fleisch ist von gleicher Art; sondern anders ist das Fleisch
der Menschen, anders das Fleisch des Viehs, anders das der Fische,
anders das der Vögel." 1.
Korinther 15:39
(2)
die irdische und natürliche, bloß weltliche Existenz
"Seht
doch Eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach
dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme;" 1.
Korinther 1:26
"Wenn
wir Euch die geistlichen Güter gesät haben, ist es etwas Großes,
wenn wir von Euch diejenigen für den Leib ernten?"
1. Korinther 9:11
"Habe
ich nun leichtfertig gehandelt, als ich mir dies vornahm? Oder mache
ich überhaupt meine Pläne nach dem Fleisch, sodaß bei mir das Ja
Ja auch Nein Nein wäre?"
2.
Korinther 1:17
(3)
der Mensch, der der Macht der Sünde unterworfen ist
"Denn
als wir im Fleisch waren, da wirkten in unseren Gliedern die
Leidenschaften der Sünden, die durch das Gesetz sind, um dem Tod
Frucht zu bringen. Jetzt aber sind wir vom Gesetz frei geworden, da
wir dem gestorben sind, worin wir festgehalten wurden, sodass wir im
neuen Wesen des Geistes dienen und nicht im alten Wesen des
Buchstabens.
Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber
ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn
von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht
gesagt hätte: Du sollst nicht begehren! Da nahm aber die Sünde
einen Anlass durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde; denn
ohne das Gesetz ist die Sünde tot." Römer 7:5-8
"Und
eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich
als todbringend." Römer 7:10
"Denn
ihr seid zur Freiheit berufen, Brüder; nur macht die Freiheit nicht
zu einem Vorwand für das Fleisch, sondern dient einander durch die
Liebe. Denn das ganze Gesetz wird in einem Wort erfüllt, in dem: »Du
sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst«. Wenn Ihr einander
aber beißt und freßt, so habt acht, daß ihr nicht voneinander
aufgezehrt werdet! Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet Ihr die
Lust des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet
gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; und diese
widerstreben einander, sodaß Ihr nicht das tut, was Ihr wollt. Wenn
Ihr aber vom Geist geleitet werdet, so seid Ihr nicht unter dem
Gesetz. Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, welche sind:
Ehebruch, Unzucht, Unreinheit, Zügellosigkeit; Götzendienst,
Zauberei, Feindschaft, Streit, Eifersucht, Zorn, Selbstsucht,
Zwietracht, Parteiungen; Neid, Mord, Trunkenheit, Gelage und
dergleichen, wovon ich Euch voraussage, wie ich schon zuvor gesagt
habe, daß die, welche solche Dinge tun, das Reich Gottes nicht erben
werden. Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede,
Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung.
Gegen solche Dinge gibt es kein Gesetz. Die aber Christus angehören,
die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten.
Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln. Laßt
uns nicht nach leerem Ruhm streben, einander nicht herausfordern noch
einander beneiden!" Galater 5:13-26
"Denn
wer auf sein Fleisch sät, der wird vom Fleisch Verderben ernten; wer
aber auf den Geist sät, der wird vom Geist ewiges Leben ernten."
Galater 6:8
Der
Zusammenhang von 1. Korinther 5 scheint darauf hinzudeuten, daß
"sarx"
so zu verstehen ist, daß die sündige menschliche Natur
gemeint ist. "Sarx"
bezieht sich auf den unsittlichen Menschen, nicht auf die
weltliche Neigung der Gemeinde. Daß Paulus dies meint, wird schon
beim Lesen der Verse 3-5 deutlich:
"Denn
ich als dem Leib nach abwesend, dem Geist nach aber anwesend, habe
schon, als wäre ich anwesend, über den, der dies auf solche Weise
begangen hat, beschlossen, den Betreffenden im Namen unseres Herrn
Jesus Christus und nachdem Euer und mein Geist sich mit der Kraft
unseres Herrn Jesus Christus vereinigt hat, dem Satan zu übergeben
zum Verderben des Fleisches, damit der Geist gerettet werde am Tag
des Herrn Jesus."
Dieses
Verständnis von "sarx"
stimmt mit dem übertragenen Sinn von "olethros"
überein. Der unsittliche Mensch muß aus der Gemeinde ausgeschlossen
werden.
"Und
Ihr seid aufgebläht und hättet doch eher Leid tragen sollen, damit
der, welcher diese Tat begangen hat, aus Eurer Mitte hinweggetan
wird! Darum fegt den alten Sauerteig aus, damit Ihr ein neuer Teig
seid, da Ihr ja ungesäuert seid! Denn unser Passahlamm ist ja für
uns geschlachtet worden: Christus.
Die aber außerhalb sind, richtet Gott. So tut den Bösen aus Eurer
Mitte hinweg!"
1. Korinther 5:2,7+13
Eine
Handlung, die möglicherweise zur Zerstörung seiner sündigen Natur
führt. Dementsprechend beinhaltet "olethros"
gleichzeitig nicht
die leibliche Zerstörung oder den Tod, sondern den Verzicht auf die
sündige Natur des unsittlichen Menschen, nämlich die Abkehr von
seiner gegenwärtigen fleischlichen Lebensweise, die durch diese
grobe Unmoral gekennzeichnet ist.
Obwohl
"olethros"
zugegebenermaßen ein starkes Wort für Zerstörung ist, zeigen die
Verweise vom Apostel Paulus auf die Unterwerfung des Fleisches an
anderer Stelle, daß seine Verwendung in Bezug auf das Fleisch in 1.
Korinther 5:5 keine Überraschung sein oder eine wörtliche Auslegung
verlangen sollte.
Zum
Beispiel sagt Paulus, daß
diejenigen, die zu Christus Jesus gehören, das "Fleisch
gekreuzigt haben."
"Die
aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den
Leidenschaften und Lüsten." Galater
5:24
Er
sagt auch, daß die Gläubigen alles abtöten müssen, was zur
irdischen Natur gehört.
"Tötet
daher Eure Glieder, die auf Erden sind: Unzucht, Unreinheit,
Leidenschaft, böse Lust und die Habsucht, die Götzendienst ist."
Kolosser
3:5
Wenn
Paulus in solchen Fällen nicht die buchstäbliche Kreuzigung oder
den Tod des Fleisches meint, sollten wir "olethron
sarkos" in 1. Korinther 5:5 nicht anders
verstehen. Dasselbe gilt für 1. Timotheus 1:19+20
"Indem
Du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Dieses haben einige
von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten. Zu
ihnen gehören Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben
habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern."
welches
die einzige Parallele im Neuen Testament zu 1. Korinther 5:5 ist.
Paulus zieht den Tod nicht als Mittel der Gemeindezucht in Betracht,
da die Zucht eindeutig erlösend ist
"Hat
aber jemand Betrübnis verursacht, so hat er nicht mich betrübt,
sondern zum Teil — damit ich nicht zu viel sage — Euch alle. Für
den Betreffenden sei die Bestrafung vonseiten der Mehrheit genug,
sodaß Ihr ihm nun im Gegenteil besser Vergebung und Trost gewährt,
damit der Betreffende nicht in übermäßiger Traurigkeit versinkt.
Darum ermahne ich Euch, Liebe gegen ihn walten zu lassen. Denn ich
habe Euch auch deshalb geschrieben, um Eure Zuverlässigkeit zu
erkennen, ob Ihr in allem gehorsam seid. Wem Ihr aber etwas vergebt,
dem vergebe ich auch; denn wenn ich auch jemand etwas vergebe, so
vergebe ich es um Euretwillen, vor dem Angesicht des Christus, damit
wir nicht von dem Satan übervorteilt werden; seine Absichten sind
uns nämlich nicht unbekannt." 2. Korinther
2:5-11
Errettung
des Geistes
Wie
ist schließlich der Satz von Paulus zu verstehen: "hina
ho hē to pneuma sōzō", "damit der
Geist gerettet werde."
Wie
oben argumentiert, bezieht sich "sarx"
auf die ganze Person, nämlich auf die sündige Natur oder
die gegenwärtige Lebensweise des unsittlichen Menschen. Da im
Zusammenhang von 1. Korinther 5 "pneuma"
("Geist") das Antonym, also das
Gegensatzwort von "sarx"
ist, folgt
daraus, daß "pneuma"
als die "neue Natur des Menschen in Christus"
zu verstehen ist, die aus der Zerstörung seiner "sarx"
resultiert. Beide Begriffe sind bildhaft und beziehen sich
jeweils auf das ganze, ungeteilte Wesen. Sie entsprechen auch der
Antithese "alte Natur/ neue Natur" von
Paulus.
"Darum:
Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist
vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!" 2.
Korinther 5:17
"Daß
Ihr, was den früheren Wandel betrifft, den alten Menschen abgelegt
habt, der sich wegen der betrügerischen Begierden verderbte."
Epheser
4:22
In
den Schriften vom Apostel Paulus kann das Heil gegenwärtig sein:
"Ob
ich irgendwie meine Volksgenossen zur Eifersucht reizen und etliche
von ihnen erretten kann." Römer
11:14
"Den
Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen
gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise
etliche rette." 1.
Korinther 9:22
oder
auch eschatologisch:
"Denn
das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen; uns
aber, die wir gerettet werden, ist es eine Gotteskraft; Denn weil die
Welt durch [ihre] Weisheit Gott in Seiner Weisheit nicht erkannte,
gefiel es Gott, durch die Torheit der Verkündigung diejenigen zu
retten, die glauben." 1.
Korinther 1:18+21
"Wird
aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst
aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch."
1.
Korinther 3:15
"Denn
wir sind für Gott ein Wohlgeruch des Christus unter denen, die
gerettet werden, und unter denen, die verlorengehen." 2.
Korinther 2:15
Die
Bedeutung von "sōzō"
"gerettet werden" in 1. Korinther
5:5 ist selten umstritten. Nichtsdestotrotz bereitet der Hinweis auf
die Errettung des Geistes "am Tag des Herrn Jesus"
einige Schwierigkeiten. Müssen wir die Errettung hier in einem
eschatologischen Sinn verstehen, weil "sōzō"
durch "am Tag des Herrn Jesus"
qualifiziert * wird?
Andererseits, wenn Paulus die Rückkehr des unsittlichen Menschen
nach der "Zerstörung des Fleisches"
vorsieht, würde er dann die "Errettung des Geistes"
des Menschen erst am Eschaton ansiedeln?
Der
Ausdruck "der Tag des Herrn Jesus" ist
eine der "gewöhnlichen Ausdrucksweisen von Paulus für
die Erlösung"
"Wird
aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst
aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch."
1.
Korinther 3:15
"Darum
richtet nichts vor der Zeit, bis der Herr kommt, der auch das im
Finstern Verborgene ans Licht bringen und die Absichten der Herzen
offenbar machen wird; und dann wird jedem das Lob von Gott
zuteilwerden." 1.
Korinther 4:5
So
verstanden, muß Paulus der Formulierung nicht unbedingt eine
zeitliche Bedeutung beigemessen haben. Paulus stellt sich den Tag des
Herrn an anderer Stelle mit beträchtlicher Unmittelbarkeit vor.
"Sodaß
Ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gnadengabe, während Ihr die
Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus erwartet, der Euch auch fest
machen wird bis ans Ende, sodaß ihr unverklagbar seid am Tag unseres
Herrn Jesus Christus." 1. Korinther
1:7+8
"So
halte ich nun um der gegenwärtigen Not willen [das] für richtig,
daß es für einen Menschen gut ist, so zu bleiben [wie er ist]. Bist
Du an eine Frau gebunden, so suche keine Trennung [von ihr]; bist Du
frei von einer Frau, so suche keine Frau." 1.
Korinther 7:26+27
"Siehe,
ich sage Euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen,
wir werden aber alle verwandelt werden, plötzlich, in einem
Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird
erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und
wir werden verwandelt werden." 1.
Korinther 15:51+52
"Weil
ich davon überzeugt bin, daß der, welcher in Euch ein gutes Werk
angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag Jesu Christi,
damit ihr prüfen könnt, worauf es ankommt, sodaß Ihr lauter und
ohne Anstoß seid bis auf den Tag des Christus." Philipper
1:6+10
"Danach
werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zusammen mit ihnen
entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft,
und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit." 1.
Thessalonicher 4:17
"Ihr
aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie
ein Dieb überfallen könnte;" 1.
Thessalonicher 5:4
Allerdings
spricht nichts im Zusammenhang von 1. Korinther 5 dagegen, den "Tag
des Herrn" in einem eschatologischen Sinn zu verstehen.
Im
Paralleltext von 1.
Timotheus 1:19+20
"Indem
Du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Dieses haben einige
von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten. Zu
ihnen gehören Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben
habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern."
scheint
Paulus die Umkehr von Hymenäus und Alexander zu erwarten, wenn er
sagt, daß er sie dem Satan überantwortet hat, damit er sie lehrt,
nicht zu lästern. Ähnlich scheint Paulus in 1.
Korinther 5:5 die
Reue des Mannes anzunehmen.
"Dem
Satan zu übergeben zum Verderben des Fleisches, damit der Geist
gerettet werde am Tag des Herrn Jesus."
Auf
dieser Grundlage verkündet er proleptisch *
- unter Umgehung der Zwischenzeit - die eschatologische Rettung des
unzüchtigen Menschen, sobald er bereut. In jedem Fall scheint das
Urteil von Paulus erlösend zu sein.
©
Übersetzung - Alex Janzen - Oktober 2022
Worterklärungen
(Quelle:
Google)
*
Exegese
1.
wissenschaftliche Erklärung und Auslegung eines Textes, besonders
der Bibel
"die
Exegese eines Textes"
2.
Das Ziel der historisch-kritischen Exegese
ist es, den Aussagegehalt eines Text im Zusammenhang des alten Israel
herauszuarbeiten.
Welches
Ziel verfolgt die historisch kritische Exegese?
Sie
hat zum Ziel, einen (biblischen) Text in seinem historischen
Zusammenhang zu verstehen und schließlich auszulegen. Dabei spielen
die Rekonstruktion der vermuteten Vor- und Entstehungsgeschichte des
Textes und seine Einbindung in das damalige Geschehen eine besondere
Rolle.
*
Unter
Syntax versteht man ein System von
Regeln zur Kombination von Zeichen (Wörtern) zu zusammengesetzten
Zeichen (Sätzen). Die Syntax
gibt damit die Grammatik, Struktur oder Reihenfolge der Elemente in
einer sprachlichen Aussage an.
*
Dichotomie
aus
altgriechisch δίχα dícha,
"zweifach, doppelt"
und
altgriechisch τομή tomé
"Schnitt"
bezeichnet
eine einheitliche Struktur aus zwei Teilen, die einander ohne
Schnittmenge gegenüberstehen. Sie können einander ergänzen (zum
Beispiel ein komplementäres Begriffspaar) oder eine Aufteilung in
zwei Teile ausdrücken, zum Beispiel die Aufteilung eines Bereichs in
zwei Teilbereiche (ein Markt in zwei Teilmärkte).
*
Als
Dualismus
lateinisch
duo "zwei"
oder dualis "zwei
enthaltend",
und
-ismus, werden vor allem philosophische, religiöse,
gesellschaftliche oder künstlerische Theorien, Lehren oder Systeme
zur Deutung der Welt bezeichnet, die von zwei unterschiedlichen und
voneinander unabhängigen Grundelementen ausgehen, beispielsweise
zwei Entitäten, Prinzipien, Mächten, Erscheinungen, Substanzen oder
Seh- und Erkenntnisweisen. Beide Elemente stehen häufig in einem
Spannungsverhältnis oder sogar Gegensatz zueinander (bis hin zu
einer Unvereinbarkeit), können sich aber auch als Polarität
ergänzen (beispielsweise Yin und Yang).Vom Dualismus zu
unterscheiden ist der Begriff der Dualität in Mathematik und Logik,
der sich auf die wechselseitige, genau definierte Zuordnung je zweier
Objekte oder Begriffe bezieht.
*
Die
Eschatologie (altgriech. τὰ ἔσχατα
ta eschata "die äußersten/letzten Dinge")
ist heute die Lehre von den Hoffnungen auf Vollendung des Einzelnen
(individuelle Eschatologie) und der gesamten Schöpfung (universale
Eschatologie), die sich aus dem Glauben ergibt. Früher verstand man
unter ihr die Lehre von den "letzten Dingen".
Zentraler
Glaubenssatz der christlichen Eschatologie ist, dass das Reich Gottes
(basileia tou theou), die Gottesherrschaft, bereits mit der
Inkarnation, der Menschwerdung Jesu Christi, begonnen hat. Somit
grenzt sich die Eschatologie klar von der Idee ab, die das
beschriebene Geschehen absolut in ferne Zukunft verlegt. Die
Gottesherrschaft, die im Himmel bereits durchgesetzt, auf Erden mit
dem Christusereignis begonnen hat, wird als Prozess begriffen, als
"schon, präsentisch" (nämlich im Himmel und (in
Teilen der Kirche (immer nur dann, wenn sie Gemeinschaft mit Christus
hat) auch auf Erden) und noch nicht, futurisch (nämlich in weiten
Teilen der Erde und auch immer wieder in der Kirche)", wie
Paulus es bezeichnet, und was man allgemein den "eschatologischen
Vorbehalt" nennt. Die christliche Eschatologie lässt sich
am besten mit dem Sauerteiggleichnis erklären.
*
Das
Adjektiv proleptisch kommt von griechisch προληπτικός
und bedeutet antizipiert, vorgezogen. Das Wort ist ein Begriff aus
der Rhetorik, wo dieses Adjektiv, neben dem dazugehörigen Substantiv
(die Proleptik), auch weiterhin gebräuchlich ist. Es bezeichnet hier
einen Vorgriff auf ein in der weiteren Rede noch ausführlicher
entwickeltes Thema.
*
Qualifikation.
Qualifier:
ein
Hinweis auf Relevanz .
Der Qualifizierer gibt an, wie eng oder relevant die Beziehung
zwischen den Gründen und dem Haftbefehl ist. Qualifikationsmerkmale
können Wörter wie „meistens“, „manchmal“, „normalerweise“
oder „immer“ enthalten und sind ein guter Hinweis auf die
allgemeine Stärke des Arguments.